Was die Fülleinrichtung ist und wo sie lecken kann
Die Fülleinrichtung verbindet die Trinkwasserleitung mit dem Heizkreis zum Nachfüllen. Eine geeignete Ausführung enthält Absperrventile und eine Sicherung gegen Rückfließen. Nach Bedienungsanleitung bis zum vorgesehenen Kaltfülldruck füllen, Ventile schließen und den Füllschlauch abnehmen, sofern er abnehmbar ist.
Die Füllverbindung braucht eine zur Flüssigkeitskategorie passende Sicherung gegen Rückfließen nach DIN EN 1717. Ein Systemtrenner CA deckt Kategorie 3 ab, ein BA auch Kategorie 4. Unbehandeltes Heizungswasser wird üblicherweise Kategorie 3 zugeordnet; bei Inhibitoren oder anderen Zusätzen ist die Einstufung des konkreten Mediums maßgeblich. Zwei Absperrventile ersetzen den Systemtrenner nicht — auch beim nur vorübergehend angeschlossenen Füllschlauch. Einbau und Wartung gehören zum Fachbetrieb.
Die vier Leckstellen
- 1 — Dichtscheibe am Schlauchanschluss: Bei einer flachdichtenden Überwurfverschraubung dichtet die Scheibe gegen eine plane Stirnfläche. Alterung, ein falsches Maß oder eine beschädigte Fläche können Tropfen zwischen Mutter und Ventil verursachen. PTFE-Band gehört nicht auf diese Planflächen-Dichtung. Ersatz nach Außen- und Innendurchmesser, Dicke und Herstellerangaben wählen; auf der Trinkwasserseite mit passendem hygienischem Nachweis.
- 2 — Ventilkörper-O-Ring oder Spindeldichtung: Je nach Bauart gibt es separate Dichtelemente an Spindel oder Körperfuge. Dort kann es am Ventilkörper statt an der Schlauchmutter tropfen. Die Schlauchscheibe zu tauschen behebt das nicht. Der Fachbetrieb repariert oder ersetzt das Ventil nach Herstellerangaben.
- 3 — Ventil schließt nicht vollständig: Ein offener oder undichter Füllweg kann Trinkwasser einlassen: kein äußerer Tropfen, aber steigender Druck bei vollständig kalter Anlage. Ventile nach Anleitung schließen; der Fachbetrieb beurteilt Sitze und Systemtrenner. Das Entfernen eines abnehmbaren Schlauchs trennt den Trinkwasser-Zufluss, ersetzt aber keine erforderliche Reparatur.
- 4 — Druck fällt bei getrenntem Füllschlauch: Fällt der Druck auch bei abgenommenem Schlauch weiter, liegt die Ursache auf der Heizungsseite — am heizungsseitigen Ventil der Fülleinrichtung oder an anderer Stelle der Anlage. Möglich sind etwa ein undichtes Heizkörperventil, eine Klemmverschraubung, ein Wärmetauscher oder Entlüfter. Auch ein Sicherheitsventil kann wegen Schmutz oder Schaden am Sitz bei normalem Druck tropfen.
Ablauf des Systemtrenners: Kurzer Wasseraustritt am Ablauf kann zur Schutzfunktion des Systemtrenners gehören. Dauerhaftes Tropfen am Ablauf klärt der Fachbetrieb; den Ablauf nicht verschließen.
Die Dichtscheibe — Material und Größe
- Richtiger Durchmesser: Außen- und Innendurchmesser müssen zum Dichtsitz passen und den Durchgang frei lassen. Mit den Herstellerangaben abgleichen; eine alte verformte Scheibe allein ist kein sicheres Maß.
- Richtiges Material: Für kaltes Trinkwasser kommen dafür geeignete EPDM-Mischungen infrage. Entscheidend sind die Herstellerfreigabe der Armatur und ein hygienischer Nachweis, der die konkrete Dichtung und ihre Einsatzbedingungen abdeckt (in Deutschland nach der KTW-BWGL des Umweltbundesamts). Für RUBBERSEAL PRO 110 liegen uns keine Trinkwasser-Nachweise vor.
- Richtige Dicke: Die vom Armaturenhersteller vorgesehene Dicke verwenden. Eine falsche Dicke kann das Schließen oder die nötige Flächenpressung verhindern.
Kein PTFE-Band an der flachdichtenden Überwurfverschraubung: Sie dichtet an den Planflächen. Fläche reinigen, passende Scheibe einsetzen und nach Montagevorschrift anziehen. Band am Gewinde verbessert diese Dichtstelle nicht.
Druckabfall nach dem Füllen — nicht automatisch ein Leck
Ein niedrigerer Manometerwert nach dem Füllen beweist noch kein Leck. Temperaturänderung und Entlüften können den Wert verändern. Deshalb bei gleicher kalter Temperatur vergleichen. Bei zu geringem Vordruck oder begrenzter Aufnahmefähigkeit des Ausdehnungsgefäßes kann der Heißdruck bis zum Ansprechdruck steigen: Wasser wird abgeblasen und nach dem Abkühlen fehlt es. Der Fachbetrieb beurteilt Druckverlauf, Gefäß und Ventil gemeinsam.
Erst identifizieren, dann Teile bestellen: Tropfen an der Mutter führen zur Dichtscheibe und Sitzfläche; Tropfen am Körper zum Ventil. Kalter Druckanstieg führt zum inneren Füllweg. Druckabfall ohne Schlauch führt zur Heizungsseite und Anlage — auch dort kann die Fülleinrichtung außen lecken.
Häufige Fragen
Warum tropft der Füllschlauch an der Mutter?
Mögliche Ursachen sind eine gealterte oder beschädigte Dichtscheibe, ein falsches Maß oder eine beschädigte Sitzfläche. Außen- und Innendurchmesser sowie Dicke nach Herstellerangaben wählen. PTFE-Band dichtet diese Planflächen nicht ab.
Braucht die Fülleinrichtung einen Systemtrenner?
Die Füllverbindung braucht eine zur Flüssigkeitskategorie passende Sicherung gegen Rückfließen nach DIN EN 1717. CA deckt Kategorie 3 ab, BA auch Kategorie 4. Zusätze müssen nach dem konkreten Medium eingestuft werden; zwei Absperrventile reichen nicht.
Welche Dichtscheibe gehört an den Füllschlauch?
Eine Scheibe passend zu Außen- und Innendurchmesser und Dicke der vorhandenen Dichtfläche. Werkstoff und Einbau müssen zum Armaturenhersteller und zur Anwendung passen. Geeignete EPDM-Mischungen kommen für kaltes Trinkwasser infrage. Auf der Trinkwasserseite braucht die konkrete Dichtung einen hygienischen Nachweis für die Einsatzbedingungen, in Deutschland nach KTW-BWGL; für Kinetics-Line-Dichtungen liegen diese deutschen Nachweise derzeit nicht vor.
Der Druck fällt nach dem Füllen — ist die Fülleinrichtung undicht?
Nicht unbedingt. Temperaturänderung, Entlüften und andere Leckstellen kommen infrage. Fällt der Druck auch bei abgenommenem Schlauch weiter, liegt die Ursache auf der Heizungsseite — am heizungsseitigen Ventil der Fülleinrichtung oder an anderer Stelle der Anlage. Bei gleicher kalter Temperatur vergleichen.
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