Die drei Messungen
- Außendurchmesser (AD): Mit geeignetem Messschieber die Gesamtbreite schonend aufnehmen, bei Bedarf in zwei senkrechten Richtungen. Der Außendurchmesser muss zur vorgesehenen Vertiefung oder Zentrierung passen. Verpresste, gequollene oder beschädigte Altdichtungen können vom Nennmaß abweichen; die Messung mit Sitz und Herstellerangabe abgleichen.
- Innendurchmesser (ID): Die Innenöffnung getrennt messen. Sie muss die vorgesehene Bohrung freigeben und genügend Dichtfläche lassen. Typischer Fehler: nur Außendurchmesser und Nenngewinde angeben, obwohl verschiedene Innenöffnungen verfügbar sind.
- Dicke: Mit schonendem Kontakt messen, ohne weiche Teile zusammenzudrücken. Eine verpresste Altdichtung kann dünner als das ursprüngliche Teil sein. Die Nenndicke aus Herstellerangabe oder der Spezifikation des passenden Neuteils übernehmen. Sitztiefe und Gegenfläche zur Kontrolle heranziehen; eine verpresste Altdichtung oder die Sitztiefe allein legen die Nenndicke nicht fest.
Verschlissene oder beschädigte Dichtung messen
Eine ausgebaute, verpresste Faserflachdichtung in der normalen Servicepraxis nicht wieder einsetzen; nur eine ausdrücklich abweichende Geräteprozedur des Herstellers erlaubt eine Ausnahme. Ihre Messwerte als Hinweis auf den Ersatz verwenden. Beschädigung, Quellung und Verformung erfassen, dann mit ursprünglicher Spezifikation und Dichtsitz abgleichen. Keines der drei alten Maße ist automatisch unverändert.
Am Fitting messen — wenn das Original weg ist
- Vertiefung und Zentrierung: Freien Platz für den Außendurchmesser und die vorgesehene Auflage erfassen.
- Durchgangsbohrung: Freie Innenöffnung und tragende Dichtfläche zusammen beurteilen.
- Sitztiefe und Gegenfläche: Zur Kontrolle der Konstruktion aufnehmen. Die neue Nenndicke aus Herstellerzeichnung oder bestätigter Ersatzteilspezifikation nehmen.
- Gewinde: Kennzeichnung und Herstellerzeichnung zur Anschlusszuordnung heranziehen; der Gewindedurchmesser ist kein Dichtungsmaß.
Die Messwerte mit den Kinetics-Line-Maßen vergleichen und die Passung der konkreten Variante bestätigen. Eine andere Dichtart oder ein beschädigter Sitz lässt sich nicht durch ein ähnliches Katalogmaß beheben.
Querverweis — Kinetics-Line-Maße
| Ausgewählte Nennbezeichnung | AD × ID × Dicke (mm) | Linien / Variante | G-Gewinde-AD (mm) | Gänge/Zoll |
|---|---|---|---|---|
| ⅜″ | 14,5 × 9 × 2 | GREENSEAL, BLUESEAL, REDSEAL | 16,66 | 19 |
| ⅜″ | 14,6 × 9 × 2 | FLEXSEAL, GRAPHITESEAL | 16,66 | 19 |
| ½″ | 18,5 × 11 × 2 | GREENSEAL, BLUESEAL, FLEXSEAL, REDSEAL, GRAPHITESEAL | 20,96 | 14 |
| ¾″ | 24 × 18 × 2 oder 24 × 16 × 2 | GREENSEAL, BLUESEAL, FLEXSEAL, REDSEAL | 26,44 | 14 |
| ¾″ | 24 × 16 × 3 | GREENSEAL | 26,44 | 14 |
| ¾″ | 24 × 14,5 × 2 | REDSEAL, GRAPHITESEAL | 26,44 | 14 |
| ¾″ | 24 × 14 × 2,5; 24 × 16 × 2; 24 × 16 × 2,5 | RUBBERSEAL EPDM-Varianten | 26,44 | 14 |
| 1″ | 30 × 21 × 2 oder 30 × 24 × 2 | GREENSEAL, BLUESEAL, FLEXSEAL, REDSEAL, GRAPHITESEAL; RUBBERSEAL-Werkstoff beachten | 33,25 | 11 |
| 1¼″ | 39 × 30 × 2 | GREENSEAL, REDSEAL, GRAPHITESEAL; RUBBERSEAL-Werkstoff beachten | 41,91 | 11 |
| 1½″ | 44,5 × 36 × 2; RUBBERSEAL: 44 × 36 × 2 | GREENSEAL, REDSEAL, GRAPHITESEAL; RUBBERSEAL-Werkstoff beachten | 47,80 | 11 |
Ausgewählte Kinetics-Line-Maße, keine universelle BSP-Fittabelle. Nicht jede Linie führt jede Variante. G-Gewinde-AD ist das Grundmaß des Außengewindes und kein Dichtungsmaß; reale Toleranzen und Bauart laut Norm und Herstellerzeichnung. Auch bei gleichem Nenngewinde können die Dichtsitze anders sein.
Weitere RUBBERSEAL-Maße: ⅜″ 14,5 × 10 × 2, 14,5 × 8 × 2, 14,5 × 8 × 3 und 14,5 × 12 × 3 mm; ½″ 18,5 × 10 × 2, 18,5 × 12 × 2 und 18,5 × 14 × 3 mm. Das sind konkrete Kombinationen, keine frei kombinierbaren ID- und Dickenbereiche. Für RUBBERSEAL sind 30 × 24 × 2 und 44 × 36 × 2 mm aus SBR 70 (−20 bis +70 °C); 30 × 21 × 2 und 39 × 30 × 2 mm sind aus EPDM 80 (−40 bis +110 °C).
Der ¾″-Fall zeigt, warum die Innenöffnung zählt: Bei 24 mm Außendurchmesser gibt es konkrete Varianten mit 14 bis 18 mm Innenöffnung und 2 bis 3 mm Dicke. „¾-Zoll-Dichtung“ ohne Innenöffnung und Dicke zu bestellen kann zur falschen Variante führen.
Das Werkzeug
Ein geeigneter Messschieber dient zur Maßaufnahme; Auflösung, Messgenauigkeit und schonender Kontakt sind unterschiedliche Dinge. Mehrere Messstellen und die ursprüngliche Spezifikation vergleichen. Eine digitale Anzeige mit vielen Stellen macht ein verformtes Altteil nicht zu einem sicheren Nennmaß.
Außenmaß. Innenöffnung. Vorgesehene Dicke. Original vorhanden: messen und mit Sitz und Herstellerangabe abgleichen. Original fehlt: Sitz, Bohrung und Gegenfläche erfassen, dann das spezifizierte Neuteil auswählen.
Häufige Fragen
Wie messe ich eine Flachdichtung?
Mit einem geeigneten Messschieber Außendurchmesser, Innendurchmesser und Dicke schonend aufnehmen. Verpressung, Quellung oder Schäden können die Maße einer gebrauchten Dichtung verändert haben; mit Herstellerangabe und Dichtsitz abgleichen.
Was tun, wenn die alte Dichtung fehlt?
Am Anschluss Vertiefung, freie Bohrung, Sitztiefe und Gegenfläche erfassen und mit Herstellerzeichnung sowie Katalogmaßen abgleichen. Die Sitztiefe allein bestimmt die neue Nenndicke nicht; Herstellerangabe oder passende Ersatzteilspezifikation verwenden.
Warum reicht die Zollangabe nicht?
Weil für dasselbe Nenngewinde unterschiedliche Innenöffnungen und Dicken angeboten werden. Für ¾″ gibt es zum Beispiel 24 × 16 × 2 und 24 × 18 × 2 mm; Außenmaß, Innenöffnung und Dicke der konkreten Variante müssen zum Dichtsitz passen.
Darf ich die alte Dichtung nach dem Messen wieder einsetzen?
Eine verpresste Faserflachdichtung in der normalen Servicepraxis nicht wieder einsetzen. Sie liefert nur einen Maßhinweis; eingesetzt wird eine neue passende Dichtung. Eine ausdrücklich abweichende Geräteprozedur des Herstellers bleibt maßgeblich.
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