KINETICS LINE · TECHNISCHE BIBLIOTHEKGrundlagen & Montage · Technisches Merkblatt
BlattKL-035
Stand10/2026
Grundlagen & Montage · GEWINDE

BSP-Verbindungen erklärt — zylindrisch, kegelig, Außen- und Innengewinde

Technik verstehen. Richtig entscheiden.Kinetics Line · Redaktion und technische Inhalte
KINETICS LINEREDAKTIONTECHNIK
KURZ GESAGT

BSP-Gewinde gibt es zylindrisch und kegelig. Ein zylindrisches G-Gewinde dichtet nicht im Gewinde; je nach Bauart dichtet außerhalb davon eine Flachdichtung, ein O-Ring oder ein Konussitz. Kegelige R-Gewinde in Rp- oder Rc-Innengewinde dichten im Gewinde mit einem geeigneten Dichtmittel. Wer die beiden verwechselt, riskiert hartnäckige Leckagen.

Inhalt

Die zwei BSP-Typen

  • G — zylindrisch (DIN EN ISO 228-1, BSPP): gleichbleibender Durchmesser. Das Gewinde dichtet nicht im Gewinde. Je nach Bauart dichtet außerhalb davon eine Flachdichtung, ein O-Ring, ein Konussitz oder ein vorgesehener Metallring. Flachdichtende Verschraubungen pressen ihre Dichtung zwischen zwei Stirnflächen.
  • R — kegelig (DIN EN 10226, ISO-7-1-Familie, BSPT): kegeliges Außengewinde 1:16. Es wird mit einem zylindrischen Rp-Innengewinde nach DIN EN 10226-1 oder einem kegeligen Rc-Innengewinde nach DIN EN 10226-2 gepaart. Die vorgesehene Paarung dichtet im Gewinde mit einem geeigneten Dichtmittel, etwa Hanf mit Dichtpaste, Dichtfaden oder PTFE-Band. NPT ist ein anderer Standard und nicht als austauschbar anzunehmen.

Beide Arten kommen in Heizung und Sanitär vor. Welche vorliegt, sagen Bezeichnung und Herstellerzeichnung.

PTFE-Band auf einem zylindrischen G-Gewinde verändert den Sitz im Gewinde, erreicht aber die separate Dichtfläche nicht. Mehr Band oder ein fester Sitz beweisen keine richtige Verpressung. Bei der flachdichtenden Bauart Band entfernen, Flächen reinigen und die vorgesehene Dichtung einsetzen.

Räumliche und axiale Schnitte zeigen zwei Dichtprinzipien: G-Überwurfanschluss mit separater Flachdichtung und R-Außengewinde in Rp-Innengewinde mit geeignetem Dichtmittel im Gewindeeingriff.
Zwei unterschiedliche Dichtprinzipien. Bei der gezeigten G-Bauart dichtet die Scheibe zwischen den Stirnflächen; bei R/Rp die vorgesehene Gewindeverbindung mit geeignetem Dichtmittel.

Außen und innen — was die Begriffe bedeuten

Außen- und Innengewinde beschreiben die Gewindelage. Das Außengewinde liegt außen am Anschluss, das Innengewinde innen in einer Muffe oder Überwurfmutter. Bei einer flachdichtenden Überwurfverschraubung wird die Dichtung zwischen den ebenen Stirnflächen verpresst; andere Konstruktionen können außerhalb des G-Gewindes anders dichten.

Erkennen, welcher Typ vorliegt

Gewindelehre, Kennzeichnung und Herstellerzeichnung zur Zuordnung heranziehen. Der Durchmesser eines zylindrischen Außengewindes bleibt über die Gewindelänge gleich; bei einem kegeligen ändert er sich mit der Messstelle. Ein Rp-Innengewinde ist zylindrisch, ein Rc-Innengewinde kegelig; das Innengewinde allein zeigt deshalb nicht sicher, ob im Gewinde gedichtet wird. Bezeichnung und Herstellerzeichnung entscheiden.

G und R im Überblick

EigenschaftG — zylindrischR — kegelig
Gewindeformgleichbleibender DurchmesserAußengewinde kegelig 1:16; Innengewinde Rp zylindrisch oder Rc kegelig
Dichtstelleaußerhalb des Gewindesim Gewinde
Dichtmittelje nach Bauart Flachdichtung, O-Ring, Konussitz oder vorgesehener Metallringgeeignetes Gewindedichtmittel, etwa Hanf mit Dichtpaste, Dichtfaden oder PTFE-Band
Auch bekannt alsG-Gewinde, BSPPR-Gewinde, BSPT
Bei Wiedermontageverpresste Faserflachdichtung nach Service-Regel erneuern; andere Dichtungen nach HerstellervorgabeDichtmittel nach Herstellervorgabe neu auftragen

BSP-Größen — Gewinde und Dichtung

Die Zollangabe stammt aus der früheren Bemessung nach der Rohrbohrung und beschreibt nicht den Gewindedurchmesser: ½″ hat etwa 20,96 mm Gewinde-AD, nicht 12,7 mm. Die Dichtung misst wiederum etwas anderes als das Gewinde.

NenngrößeG-Gewinde-AD (mm)Gänge/ZollKinetics-Line-Beispiel AD × ID × Dicke (mm)
⅜″16,661914,5 × 9 × 2 (FLEXSEAL, GRAPHITESEAL: 14,6 × 9 × 2)
½″20,961418,5 × 11 × 2
¾″26,441424 × 18 × 2 oder 24 × 16 × 2
1″33,251130 × 21 × 2 oder 30 × 24 × 2
1¼″41,911139 × 30 × 2
1½″47,801144,5 × 36 × 2; RUBBERSEAL 44 × 36 × 2 (SBR 70, bis +70 °C)

Kinetics-Line-Beispiele, keine universelle BSP-Fittabelle; nicht jede Linie führt jede Variante. Der Gewinde-AD ist kein Dichtungsmaß. Am Anschluss messen und mit der Herstellerzeichnung abgleichen. Die Tabelle zeigt G-Grundmaße, keine pauschale Prüftoleranz.

Wohin die Dichtung gehört — und was schiefgeht

  • PTFE-Band am G-Gewinde: erreicht die separate Dichtfläche nicht und kann den Sitz im Gewinde verändern; bei der hier gezeigten flachdichtenden Bauart bleibt die Flachdichtung die Dichtstelle.
  • Dichtung fehlt oder verrutscht: Die Überwurfmutter sitzt fest, aber ohne die vorgesehene zentrierte Dichtung fehlt die Dichtstelle.
  • Falsche Größe: Eine zu kleine Dichtung kann nicht vollständig aufliegen, eine zu große sich beim Anziehen verformen oder einklemmen — beides kann undicht werden.
  • Schmutzige oder beschädigte Fläche: Rückstände oder Schäden können gleichmäßiges Aufliegen verhindern; die Verbindung kann zunächst dicht sein und nach Temperaturwechseln undicht werden.

Dichtungswahl für flachdichtende G-Verbindungen

  • Heizungswasser: GREENSEAL PRO 180 — Zellulose + NBR, 140 °C Dauer, innerhalb der Datenblattwerte und bei passendem Dichtsitz.
  • Trinkwasser: in Deutschland Nachweis nach KTW-BWGL. Für Kinetics-Line-Dichtungen liegen diese deutschen Nachweise derzeit nicht vor; Unterlagen anfragen: info@kinetics-line.com.
  • Höhere Temperatur: BLUESEAL ULTRA 350 — Aramid + NBR, 250 °C Dauer und 100 bar Material-Druckgrenze; Temperatur- und Druckmaximum gelten nicht gleichzeitig.
  • Gas: DVGW-Nachweis des Plattenmaterials und gelisteten Verbindungsumfang beachten, etwa bei BLUESEAL ULTRA 350 oder FLEXSEAL PRO 350. Arbeiten an der Gasanlage gehören zu einem nach § 13 NDAV berechtigten Fachbetrieb.
  • Unebene, technisch intakte Flächen: FLEXSEAL PRO 350 mit 25 % Kompressibilität im Materialtest; beschädigte Flächen instand setzen.

G dichtet außerhalb des Gewindes — die vorgesehene Dichtung einsetzen. R in Rp oder Rc dichtet im Gewinde — ein geeignetes Gewindedichtmittel verwenden. Beide Methoden nicht an derselben Dichtstelle mischen. Eine verpresste Faserflachdichtung in der normalen Servicepraxis nicht wieder einsetzen; nur eine ausdrücklich abweichende Geräteprozedur des Herstellers erlaubt eine Ausnahme.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen BSPP und BSPT?

BSPP ist das zylindrische G-Gewinde nach DIN EN ISO 228-1; es dichtet nicht im Gewinde, sondern über eine Flachdichtung, einen O-Ring oder einen Konussitz. BSPT bezeichnet kegelige R-Gewinde nach DIN EN 10226, die in Rp- oder Rc-Innengewinde im Gewinde dichten.

Brauche ich PTFE-Band an einer flachdichtenden Verschraubung?

Nein. Am G-Gewinde erreicht das Band die separate Dichtfläche nicht. Dort dichtet die Flachdichtung; Band und Flachdichtung nicht an derselben Dichtstelle kombinieren.

Wie erkenne ich ein kegeliges Gewinde?

Mit einer Gewindelehre oder durch Messen des Durchmessers an mehreren Stellen: gleichbleibend heißt zylindrisch, abnehmend heißt kegelig. Bezeichnung und Herstellerzeichnung bestätigen die Zuordnung.

Ist der Gewindedurchmesser das Dichtungsmaß?

Nein. ½″ hat etwa 20,96 mm Gewinde-AD; die Kinetics-Line-Dichtung für ½″ misst 18,5 × 11 × 2 mm. Die Dichtung nach Dichtsitz und Katalogmaß wählen.

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