Warum es nach dem Tausch wieder leckt
Ob Pumpentausch, Wartung, Entleeren oder Fehlersuche: Nach dem Öffnen können sich Flächenzustand, Ausrichtung und Dichtsitz verändert haben. Eine neue Dichtung gleicht das nicht automatisch aus — auch wenn der Anschluss vorher lange dicht war.
Sechs Prüfpunkte
- Kalk: In Gebieten mit hartem Wasser kann sich Kalk am Rand der Dichtfläche ablagern. Solche Ablagerungen können die plane Auflage der neuen Dichtung beeinträchtigen. Kalk mit einem Werkzeug entfernen, das die Dichtfläche nicht verkratzt.
- Reste der alten Dichtung: Faser- und Gummireste können an der Fläche haften. Reste können die vollflächige Auflage beeinträchtigen. Die Dichtzone schonend reinigen und prüfen.
- Dicke: Die Nenndicke kommt aus der Herstellerangabe oder der Spezifikation des passenden Neuteils. Eine andere Dicke kann die vorgesehene Verpressung verhindern; eine verpresste Altdichtung zeigt die Nenndicke nicht sicher.
- Überdrehen: Zusätzliches Moment kann die Dichtung aus dem Sitz drücken oder Dichtung und Verbindung beschädigen. Nach Montagevorschrift anziehen; eine zusätzliche Umdrehung ist keine allgemein gültige Montageangabe. Nach einem überdrehten Versuch beide Dichtflächen prüfen.
- Spannung aus der Verrohrung: Gewicht, Wärmedehnung und Montagespannung der Rohre können an der Verschraubung ziehen. Liegen die Flächen beim Anziehen nicht parallel, wird die Dichtung ungleich verpresst. Kehrt das Leck an derselben Stelle des Umfangs zurück, auch Rohrführung und Befestigung prüfen.
- Leckstelle außerhalb: Wasser kann am Pumpenkörper oder an einem Rohr von weiter oben herablaufen; auch Kondensat an kalten Rohren kommt infrage. Eine nasse Überwurfmutter beweist kein Leck an der Dichtfläche.
Die Leckstelle eingrenzen
| Beobachtung | Zuerst prüfen |
|---|---|
| Feuchtigkeit rundum an der Verschraubung | Dichtfläche auf Kalk und Reste, Nenndicke laut Spezifikation, Anzug nach Montagevorschrift |
| Leck wiederholt an derselben Stelle des Umfangs | Dichtfläche an dieser Stelle, Ausrichtung und Spannung aus der Verrohrung |
| Nur bei Betriebstemperatur | Wärmedehnung der Rohre und Temperaturgrenzen der Dichtung laut Datenblatt |
| Unterhalb der Überwurfmutter am Pumpenkörper | Pumpe nach Herstelleranleitung prüfen lassen; ein Dichtungstausch an der Verschraubung behebt das nicht |
Vor dem nächsten Tausch die Anlage nach Herstelleranleitung abkühlen lassen und drucklos machen, den Bereich trocknen, wieder füllen und beobachten, wo Wasser zuerst erscheint.
Die Reihenfolge vor der Montage
Alte Dichtung vollständig entfernen. Die Dichtfläche schonend reinigen und auf Kalk, Kratzer und Reste prüfen. Dann Außen- und Innendurchmesser mit dem Dichtsitz abgleichen, die Nenndicke laut Spezifikation bestätigen und die Rohre spannungsfrei ausrichten. Nach Montagevorschrift anziehen.
Eine verpresste Faserflachdichtung in der normalen Servicepraxis nicht wieder einsetzen; nur eine ausdrücklich abweichende Geräteprozedur des Herstellers erlaubt eine Ausnahme.
Für eine dafür vorgesehene flachdichtende Heizwasserverbindung kann GREENSEAL PRO 180 innerhalb der Datenblattwerte infrage kommen, wenn die Herstellervorgaben diesen Ersatz zulassen. Maße stehen im Artikel zu Pumpenverschraubungs-Dichtungsgrößen.
Häufige Fragen
Warum leckt die Pumpenverschraubung trotz neuer Dichtung?
Mögliche Ursachen sind Kalk oder Reste auf der Dichtfläche, eine andere als die spezifizierte Dicke, Überdrehen, Spannung aus der Verrohrung oder eine Leckstelle außerhalb der Verschraubung. Vor der nächsten Dichtung die Ursache eingrenzen.
Soll ich die Überwurfmutter fester anziehen?
Nein. Nach Montagevorschrift anziehen. Überdrehen kann die Dichtung oder die Verbindung beschädigen und behebt weder Kalk noch ein falsches Maß.
Welche Dicke braucht die Dichtung?
Die Nenndicke aus der Herstellerangabe oder der Spezifikation des passenden Neuteils. Eine verpresste Altdichtung zeigt sie nicht sicher; der Dichtsitz dient nur zur Kontrolle.
Darf ich die alte Dichtung wieder einsetzen?
Eine verpresste Faserflachdichtung in der normalen Servicepraxis nicht wieder einsetzen; nur eine ausdrücklich abweichende Geräteprozedur des Herstellers erlaubt eine Ausnahme.
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