Warum die Zollangabe nicht reicht
Die Zollangabe bezeichnet das Gewinde, nicht die Dichtung. Für dasselbe Nenngewinde werden unterschiedliche Innenöffnungen und Dicken angeboten, und die Dichtsitze können verschieden sein. Eine nur nach Zollgröße bestellte Dichtung kann deshalb im Außenmaß, in der Innenöffnung oder in der Dicke nicht zum Anschluss passen.
Schritt 1 — Verbindungstyp bestätigen
Zuerst die vom Hersteller vorgesehene Dichtart bestätigen. Dieser Leitfaden behandelt flachdichtende Überwurfverschraubungen. Ein G-Gewinde allein legt die Dichtart nicht fest: Je nach Bauart können auch O-Ring, Konus oder Metallring vorgesehen sein. R/Rp- und R/Rc-Paarungen dichten bestimmungsgemäß im Gewinde. Verschraubte Flansche können ebenfalls mit einer Flachdichtung abdichten, brauchen aber die zur Flanschbauart passende Dichtung; die hier gezeigten Verschraubungsmaße sind keine Flanschgrößentabelle.
Schritt 2 — Gewinde zuordnen
Bei unmarkierten Anschlüssen den Außendurchmesser des Außengewindes messen und mit der Tabelle in Schritt 4 abgleichen. Außendurchmesser und Steigung helfen bei der Zuordnung. Gewindeform, Kennzeichnung und Herstellerangabe zusammen bestätigen; die Tabelle zeigt G-Grundmaße und legt weder Dichtart noch Dichtungsmaß fest. Der Gewindedurchmesser ist kein Dichtungsmaß.
Schritt 3 — Dichtsitz messen
- Außenmaß: Den freien Platz in der Vertiefung oder an der Zentrierung messen, bei Bedarf in zwei senkrechten Richtungen. Weichen die Werte voneinander ab, Messstelle und Dichtfläche prüfen.
- Innenöffnung: Freie Bohrung und tragende Dichtfläche zusammen beurteilen. Die neue Dichtung muss die Bohrung freigeben und genügend Dichtfläche lassen.
- Dicke: Die Nenndicke aus Herstellerangabe oder der Spezifikation des passenden Neuteils übernehmen. Sitztiefe und Gegenfläche dienen zur Kontrolle; die Sitztiefe allein legt die Nenndicke nicht fest.
- Alte Dichtung vorhanden: Sie liefert einen Maßhinweis. Verpressung, Quellung oder Schäden können ihre Maße verändert haben.
Schritt 4 — Mit den Katalogmaßen abgleichen
| Nenngröße | G-Gewinde-AD (mm) | Gänge/Zoll | Kinetics-Line-Maß AD × ID × Dicke (mm) | Linien |
|---|---|---|---|---|
| 1¼″ | 41,91 | 11 | 39 × 30 × 2 | GREENSEAL, REDSEAL, GRAPHITESEAL; RUBBERSEAL in EPDM 80 |
| 1½″ | 47,80 | 11 | 44,5 × 36 × 2; RUBBERSEAL: 44 × 36 × 2 | GREENSEAL, REDSEAL, GRAPHITESEAL; RUBBERSEAL in SBR 70 |
| 2″ | 59,61 | 11 | 56 × 43,5 × 2 | GREENSEAL |
| 2½″ | 75,18 | 11 | 61,5 × 47 × 2 | GREENSEAL |
Ausgewählte Kinetics-Line-Maße, keine universelle BSP-Fittabelle. Der G-Gewinde-AD ist das Grundmaß des Außengewindes und kein Dichtungsmaß; reale Toleranzen und Bauart laut Norm und Herstellerzeichnung. Für RUBBERSEAL sind 30 × 24 × 2 und 44 × 36 × 2 mm aus SBR 70 (−20 bis +70 °C); 30 × 21 × 2 und 39 × 30 × 2 mm sind aus EPDM 80 (−40 bis +110 °C).
Die gemessenen Werte mit den Katalogmaßen vergleichen und die Passung der konkreten Variante bestätigen. Eine andere Dichtart oder ein beschädigter Sitz lässt sich nicht durch ein ähnliches Katalogmaß beheben.
Wenn die Dichtfläche beschädigt ist
Korrosion, Lochfraß, Riefen oder aufgeworfene Kanten verhindern eine gleichmäßige Auflage; auch eine richtig bemessene Dichtung kann dann undicht bleiben. Reste der alten Dichtung vollständig entfernen, ohne die Dichtfläche zu beschädigen. Ist die Fläche beschädigt, entscheidet der Fachbetrieb über Nacharbeit oder Austausch des Anschlusses.
Das Gewinde ordnet zu, der Dichtsitz entscheidet. Verbindungstyp bestätigen, Sitz und Bohrung messen, die Dicke aus der Spezifikation nehmen und mit den Katalogmaßen abgleichen.
Häufige Fragen
Wie messe ich eine große BSP-Flachdichtung ohne Original?
Zuerst den Verbindungstyp bestätigen. Dann das Gewinde zuordnen, am Dichtsitz freies Außenmaß und Bohrung messen und die Nenndicke aus Herstellerangabe oder Ersatzteilspezifikation nehmen. Die Werte mit den Katalogmaßen abgleichen.
Ist der Gewindedurchmesser das Dichtungsmaß?
Nein. Der Außendurchmesser des Gewindes hilft, die Nenngröße zuzuordnen, zum Beispiel 47,80 mm bei G 1½. Die Kinetics-Line-Dichtung für 1½″ misst 44,5 × 36 × 2 mm, bei RUBBERSEAL 44 × 36 × 2 mm (SBR 70, bis +70 °C).
Bestimmt die Tiefe des Dichtsitzes die Dicke?
Nicht allein. Sitztiefe und Gegenfläche dienen zur Kontrolle; die Nenndicke kommt aus Herstellerangabe oder der Spezifikation des passenden Neuteils. Die Kinetics-Line-Maße von 1¼″ bis 2½″ sind 2 mm dick.
Welche Kinetics-Line-Maße gibt es für 1¼″ bis 2½″?
1¼″: 39 × 30 × 2 mm und 1½″: 44,5 × 36 × 2 mm in GREENSEAL, REDSEAL und GRAPHITESEAL, dazu RUBBERSEAL in EPDM 80 (1¼″: 39 × 30 × 2 mm) und SBR 70 (1½″: 44 × 36 × 2 mm). 2″: 56 × 43,5 × 2 mm und 2½″: 61,5 × 47 × 2 mm in GREENSEAL.
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