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BlattKL-099
Stand10/2026
Materialien & Auswahl · O-RINGE

O-Ring-Shore-Härte — was 70 und 90 Shore bedeuten und wann es zählt

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KURZ GESAGT

Die Shore-Härte beschreibt den Widerstand eines Elastomers gegen einen genormten Eindringkörper. Die Werte 70 und 90 Shore A lassen sich bei vergleichbaren Prüfbedingungen gegenüberstellen: härter ist nicht automatisch besser. Mischung, Ringmaß, Druck, Spalt, Temperatur und Einbauraum bestimmen die passende Ausführung.

Inhalt
O-Ringe mit 70 und 90 Shore A zwischen den Fingern: die weniger harte Mischung gibt leichter nach. Schematischer Vergleich, keine Shore-Härteprüfung.
Bei vergleichbarer Geometrie und Mischung gibt die weniger harte Mischung leichter nach. Schematisch · keine Shore-Härteprüfung

Was Shore-Härte misst

Shore A ist eine Härteskala für Elastomere. Ein genormter Eindringkörper wird unter festgelegten Bedingungen in die Probe gedrückt; der Widerstand gegen das Eindringen ergibt den Härtewert. Unterschiedliche Skalen und Prüfverfahren sind nicht beliebig austauschbar.

Härte ist eine Eigenschaft der konkreten Mischung, nicht allein der Werkstofffamilie. Zwei EPDM- oder NBR-Mischungen können unterschiedliche Härte und sonstige mechanische Eigenschaften besitzen.

Shore-A-Skala mit Beispielwerten 70 und 90; unter vergleichbaren Prüfbedingungen dringt der genormte Eindringkörper in die weniger harte Probe tiefer ein.
Die Shore-Härte beschreibt den Widerstand gegen einen genormten Eindringkörper. Härtewerte und Toleranzband sind Beispiele unter vergleichbaren Prüfbedingungen, keine Einbauvorgabe. Vergleichswerte ungefähr, je nach Produkt verschieden · Toleranzband als Beispiel · schematisch

70 und 90 unter vergleichbaren Bedingungen

Vergleich bei gleicher Bauart70 Shore A als Beispiel90 Shore A als Beispiel
Eindringprüfunggeringerer Widerstandhöherer Widerstand
Montage und Anpassungkann bei vergleichbarer Konstruktion weniger Verformungskraft benötigenkann höhere Verformungskraft benötigen
SpaltextrusionDruck, Temperatur, Spalt und Mischung zusammen beachtenhärtere geeignete Mischung kann Extrusion besser widerstehen
Auswahlkein allgemeiner Startwert für jede Heizungsdichtungkeine automatische Lösung für jede Hochdruck- oder dynamische Dichtung
Oben: gleiche Verpressung — 70 Shore A braucht weniger Kraft, 90 Shore A mehr. Unten: gleicher Druck und Spalt — 70 Shore A wird leichter in den Spalt gedrückt, 90 Shore A weniger.
Vergleichbare Konstruktion und Bedingungen: Eine härtere geeignete Mischung kann mehr Verformungskraft benötigen und Extrusion besser widerstehen. Druck, Temperatur, Spalt und Mischung gemeinsam prüfen. Qualitativ, keine Messwerte.

Härte und Extrusionsrisiko

Unter Druck kann ein O-Ring in einen Spalt gedrückt werden. Eine geeignete härtere Mischung kann dem bei vergleichbarer Konstruktion besser widerstehen; entscheidend bleiben tatsächlicher Spalt, Druck, Temperatur und Ringmaß.

Ein Stützring oder eine andere Härte kommt nur infrage, wenn die Auslegung dies vorsieht. Eine andere Härte behebt weder einen falschen Einbauraum noch ein ungeeignetes Medium.

Welche Härte zur Konstruktion passt

Die Gerätezeichnung und Herstellerangabe bestimmen Ringgröße, Mischung und Härte. Bewegung, Reibung, Druckwechsel und Temperatur gehören in die Auslegung. Weder ein statischer noch ein dynamischer Einsatz schreibt für sich allein einen bestimmten Shore-Wert vor.

Eine kompressiblere oder weniger harte Mischung ist keine Reparaturfreigabe für beschädigte Flächen. Vorgesehene Verpressung und technisch intakter Einbauraum bleiben notwendig.

Härte und Druckverformungsrest

Ein härterer Ring hat nicht automatisch weniger Druckverformungsrest. Vernetzung, Mischung und Prüfbedingungen beeinflussen die bleibende Verformung. Geeignete peroxidvernetzte Mischungen können unter Wärme Vorteile haben; konkrete vergleichbare Daten entscheiden.

Härte und Druckverformungsrest bestimmen allein weder verbleibende Dichtkraft noch Lebensdauer. Für die verbleibende Kraft ist ein eigener Spannungsrelaxationsversuch erforderlich.

Toleranz und Messbedingungen

Bei einer vorgegebenen Toleranz von ±5 Punkten bedeutet 70 Shore A einen Bereich von 65 bis 75. Die tatsächliche Toleranz steht in der Spezifikation; dieses Rechenbeispiel gilt nicht automatisch für jeden Ring.

Ein dünner oder gekrümmter fertiger O-Ring lässt sich nicht automatisch wie der genormte Prüfkörper messen. Für fertige O-Ringe ist meist eine Mikrohärtemessung in IRHD-M besser geeignet; IRHD-M- und Shore-A-Werte sind nicht direkt vergleichbar und lassen sich nicht allgemein ineinander umrechnen. Der Härtewert gilt für die jeweiligen Prüfbedingungen; Temperatur und Medien können die Härte im Einsatz verändern. Materialdaten und Messbedingungen gemeinsam lesen. Die passende Härte folgt aus der konkreten Konstruktion, nicht aus einer allgemeinen 70-gegen-90-Regel.

Häufige Fragen

Was bedeutet 70 Shore A?

Ein Härtewert auf der Shore-A-Skala unter festgelegten Prüfbedingungen. Die tatsächliche Toleranz steht in der Spezifikation. Nur bei einer vorgegebenen Toleranz von ±5 Punkten ergibt sich für 70 Shore A ein Bereich von 65 bis 75.

Ist ein 90-Shore-O-Ring besser als ein 70er?

Nicht automatisch. Unter vergleichbaren Bedingungen ist die härtere Mischung widerstandsfähiger gegen Eindringen und kann Spaltextrusion besser widerstehen. Ringgröße, Temperatur, Medium, Montagekraft und Einbauraum müssen zur Konstruktion passen.

Wann kommt eine härtere Mischung infrage?

Wenn die Auslegung für Druck, Spalt und Temperatur sie vorsieht. Härte, Ringmaß und Einbauraum gemeinsam nach Herstellerangabe wählen; 90 Shore A ist keine allgemeine Empfehlung für jede Heizungs- oder dynamische Dichtung.

Hat ein härterer O-Ring weniger Druckverformungsrest?

Nicht automatisch. Der Druckverformungsrest hängt vor allem von Elastomertyp, Vernetzung und Mischung ab, nicht allein von der Härte.

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